Zuckerersatzstoffe im Vergleich

Es gibt viele Zuckerersatzstoffe, doch welcher ist der Beste? 

Wir bieten Dir den kompletten Überblick über die Zuckerersatzstoffe – damit Du den besten Zuckeraustauschstoff findest, welcher Zucker natürlich und gesund ersetzen kann. 

Eines vorweg: Wir haben uns bei jaja’s selbstredend ausführlich mit dem Thema Zuckerersatzstoffe beschäftig. Dabei hat sich Erythrit als einziger Zuckerersatzstoff herausgestellt, der auch unseren Ansprüchen genügt. Man könnte schon fast sagen, Erythrit ist der Grund warum es jaja’s gibt. Erythrit ist der einzige Zuckerersatzstoff, der all unsere Vorraussetzungen für eine gesunde Low Carb Ernährung erfüllt:

  • 0g verstoffwechselbare Kohlenhydrate. 
  • Keine Kalorien und keine Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel.
  • Sehr gute Verträglichkeit.
  • Durch Fermentation natürlich hergestellt.
  • Nahezu 1:1 wie Zucker zu verwenden und somit auch in jedem Rezept mit Zucker einfach austauschbar. 
  • Mit Erythrit Bronze sogar karamellisierbar. >> Hier im Shop erhältlich 😉 << 
Das erfährst Du in diesem Artikel

Was genau sind Zuckerersatzstoffe?

Ein Begriff ohne genaue Definition.

Der Begriff “Zuckerersatzstoffe” ist im Deutschen oder Österreichischen (EU) Lebensmittelrecht nirgendwo definiert, er sagt also nicht mehr aus als die beiden Worte “Zucker” und “Ersatzstoff” hergeben: Zuckerersatzstoffe sind alle Stoffe, die Zucker ersetzen können. 

Mit “Zucker” ist unser üblicher weißer Haushaltszucker gemeint, ein Krankheiten verursachendes Industrieprodukt (die schädlichen Wirkungen von Industriezucker werden unten genau und mit wissenschaftlichen Belegen erklärt). Diesen “Haushaltszucker” setzen wir ein, um Speisen und Getränke zu süßen. Außer dem süßen Geschmack führt Zucker unserem Körper nur Energie in hoch konzentrierter Form zu (von den weiteren lebensnotwendigen Nährstoffen enthält er lediglich irrelevante Spuren, die meisten für den Körper wichtigen Stoffe fehlen vollständig). 

Es ist also immer eine gute Idee, Zucker durch andere süß schmeckende Stoffe zu ersetzen. Da so viele verschiedene Zuckerersatzstoffe zu Verfügung stehen, die nicht alle natürlichen Ursprungs und auch nicht alle gleich gesund sind, lernst Du in diesem Artikel alle Zuckerersatzstoffe und Süßstoffe kennen – mitsamt ihrer wichtigsten Eigenschaften, damit Du die für Dich beste Zucker-Alternative auswählen kannst:

Überblick: Alle Zuckerersatzstoffe und Süßstoffe

So viele Varianten hat das süße Leben neben Industriezucker.

Wenn Du diesen Artikel mit gemischten Gefühlen liest, weil Du eigentlich überhaupt keine Lust hast, Deinen Zuckerverbrauch zu reduzieren, vorab eine gute Nachricht: 

Zucker lässt sich recht gut ersetzen; der deutschen Handel stellt insgesamt 33 Zuckerersatzstoffe zur Verfügung, die Du leicht im normalen Lebensmittelhandel und/oder bei spezialisierten Händeln bekommst:

  • 7 Zuckeraustauschstoffe / Zuckeralkohole mit den Namen Erythrit, Xylit, Maltit, Isomalt, Sorbit, Mannit, Lactit 

Die folgenden sieben Zuckeraustauschstoffe sind in der EU zugelassen:

E-Nummer
Ursprung
Herstellung
Verträglichkeit
Süßkraft von Zucker
Verwertbare KH / 100g
Verarbeitung
Erythrit
E 968
Birnen, Erdbeeren, Melonen, Trauben, Mais
Fermentation
Am besten verträglich
70% – 80%
0g
fein gemahlen zum Backen
Isomalt
E 953
Mischung von zwei Zuckeralkoholen
Industriell aus Saccharose
Abführend bei übermäßigem Verzehr
45%
60g
Süßigkeiten
Lactit
E 966
Molke
katalytische Druck-Hydrierung
Stark abführende Wirkung
30% – 40%
30g
Nicht zu empfehlen
Maltit
E 965
Malzzucker
Hydrierung
Ab 30g abführend und blähend
50% – 80%
70g
Zum Backen geeignet
Mannit
E 421
Algen, Salzpflanzen, Pilze
Katalytische Druck-Hydrierung
Wirkt Harn abführend
70%
0g
Nicht zu empfehlen
Sorbit
E 420
Industriell aus Saccharose
Gemüse und Früchte
Ab 50g blähend
50%
66g
Bindet Feuchtigkeit
Xylit
E 967
Birke und Buchenrinde
Extraktion von Rinde, Mais, Stroh
Abführend ab 0,5g, für Tiere giftig!
98%
60g
Säfte, Süßigkeiten
  • 11 Süßstoffe namens Acesulfam-K, Aspartam, Aspartam-Acesulfam-salze, Cyclohexan-sulfamid-säure, Saccharin, Sucralose, Thaumatin, Neohesperidin DC und Neotam

Die folgenden elf Süßstoffe sind in der EU als Zusatzstoffe zugelassen:

E-Nummer
Advantam
E 969
Aspartam-Acesulfam-Salz
E 962
Aspartam
E 951
Acesulfam K
E 950
Cyclamat
E 952
Saccharin
E 954
Sucralose
E 955
Thaumatin
E 957
Neohesperidin
E 959
Steviolglycoside
E 960
Neotam
E 961
  • 6 natürliche Pflanzen-Süßen mit gesunden Kohlenhydraten: Inulin, Oligofructose, Stevia, Tagatose, Trehalose und Yacon 
  • 4 Zucker-Alternativen für Experimentierfreudige + Gärtner: Bärenschote, Chinesisches Süßblatt, Süßdolde und Zuckerwurzel
  • 7 natürliche Pflanzen-Süßen mit Zucker: Agavensirup, Ahornsirup, Dattelhonig, Honig, Kokosblütenzucker, Reissirup und Zuckerrohr/Zuckerrübensirup 

Zuckerersatzstoffe: Definitionen, Gruppen, gemeinsame Merkmale

Es gibt nicht nur weißen Zucker, sondern sehr viele süße Substanzen.

Der bekannte weiße Industriezucker ist ein Extrakt der Zuckerrübe, der unsere Nahrung erst seit
recht kurzer Zeit “bereichert”. Nach etwa einem Jahrhundert als Luxusgut wurde Zucker vor rund 100 Jahren zur erschwinglichen Massenware und stand schon bald danach im Verdacht, nicht wirklich gesund zu sein. Seitdem nahm die Suche nach Zuckerersatzstoffen mächtig zu, und in den letzten Jahrzehnten konnte die moderne Wissenschaft tatsächlich ein paar ganz neue süße Substanzen entdecken: Die Zuckeralkohole, die als Zuckeraustauschstoffe heute die Süßstoffe weitgehend (und besser)
ersetzen. 

Weil Menschen aber immer schon “Süßschmecker” waren (bereits die Muttermilch ist mit ca. 7 % Milchzucker eine recht süße Milch), gab es in der Nahrung aller Kulturen der Welt eigene “süße Geheimnisse”, die aus den heimischen Pflanzen extrahiert wurden. Dank Globalisierung stehen uns heute all diese süßen Extrakte und Pflanzen auch aus anderen Teilen der Welt zur Verfügung, Die vielen süßen Pflanzenstoffe, die inzwischen bei uns im Handel verfügbar sind, lernst Du nach den Zuckeraustauschstoffen (Zuckeralkohole + Süßstoffe) kennen. 

Zuckeraustauschstoffe: Zuckeralkohole

Gesunde Süße mit natürlichem Ursprung.

Zuckeralkohole sind natürliche Pflanzenbestandteile, die heute extrahiert werden können und Dir als Konzentrat als Zuckerersatzstoff zur Verfügung stehen. 

Solche Konzentrate brauchen heute eine Zulassung nach Lebensmittelrecht, in denen die Unbedenklich des Verzehrs in konzentrierten Mengen gründlich geprüft wird (aus Pflanzen lassen sich viele
Stoffe extrahieren, es ist aber nicht immer vorteilhaft für den Körper, diese Stoffe konzentriert
zu sich zu nehmen – wie Du unten am Beispiel “Zucker” lernen wirst). Deshalb sind diese Zuckerersatzstoffe nach Lebensmittelrecht definiert als “zum Süßen von Lebensmitteln zugelassene Zusatzstoffe”, siehe Zusatzstoff-Zulassungsverordnung, Anlage 2 zu § 4 Abs. 1 und § 7, Teil A: Zuckeraustauschstoffe (www.gesetze-im-internet.de/zzulv_1998/anlage_2.html). 

Trotz dieser Erfassung als Lebensmittel-Zusatzstoffe sind die Zuckeralkohole aber keine
“künstlichen Substanzen”, sondern organische Verbindungen, die von sehr vielen Pflanzen in sehr kleinen Mengen gebildet werden. Zum Beispiel von Birnen, Brokkoli, Erdbeeren und Melonen – Du hast diese Zuckeralkohole also bestimmt auch schon einmal zu Dir genommen. Inhaltlich sind diese Zuckerersatzstoffe definiert als Verbindungen mit süßem Geschmack, die zur chemischen Gruppe der Zuckeralkohole (Alditole, nichtcyclische Polyole) gehören. 

Es spricht nichts dagegen, Zuckeralkohole getrennt von Birnen ff. zu verzehren. Alle Zuckeralkohole werden vom Stoffwechsel des menschlichen Körpers nur in geringem Maße verarbeitet und sind auch in konzentrierter Form gesundheitlich unbedenklich, was bei Erforschung dieser Stoffe und in den
Studien für die lebensmittelrechtliche Zulassung in der EU umfassend geprüft wurde. 

Die Zuckeralkohole werden Insulin-unabhängig verstoffwechselt und haben deshalb nicht den störenden Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, der für Verzehr von Haushaltszucker belegt ist. 

Wenn sich der Verzehr überhaupt auf den Stoffwechsel auswirkt, ähnelt die Wirkungen eher denen von Ballaststoffen: Der Stuhl wird weicher, der Verzehr kann Verstopfungen vorbeugen. Du wirst unten bei der Einzelvorstellung Zuckeralkohole kennenlernen, die in Studien zur Förderung der Darmgesundheit untersucht werden. Die Zuckeralkohole sind außerdem gesund für die Zähne, weil sie Karies nicht fördern (oder sogar stark hemmen und Plaque abbauen). 

In der ballaststoffähnlichen Wirkung liegt auch die Grenze für den wohltuenden Verzehr dieser Zuckerersatzstoffe: Wenn Du zu hohe Mengen zu Dir nimmst, wird der Stuhl nicht weich, sondern so dünn, dass von “abführender Wirkung” gesprochen wird. Die Grenze liegt je nach Zuckeralkohol bei ca. 20 bis 30 Gramm pro Tag, ist aber individuell verschieden (und möglicherweise davon abhängig, ob Deine Nahrung bisher genug der wichtigen Ballaststoffen enthielt). Nach Studien kann sich Dein Verdauungssystem außerdem in gewissem Maße an die “neuen Ballaststoffe” gewöhnen. 

Weil die Zuckeralkohole nicht vollständig verstoffwechselt werden, führen sie Deinem Körper auch 

weniger Energie (Kalorien) als Zucker zu: Je nach Zuckeralkohole zwischen 0,2 kcal/g und 2,4 kcal/g. Erythrit (0,2 kcal/g) hat gerade 1/20 der Kalorien von Zucker (0,2 kcal/g), während Xylit mit 2,4
kcal/g nur noch rund ein Drittel der Zuckerkalorien spart. 

Die Süßkraft und Geschmack sind angenehm und dem Haushaltszucker (sehr) ähnlich; die besten der Zuckeralkohole werden als Streusüße verkauft, die Du im Alltag ähnlich wie Zucker nutzen kannst
(mit einigen Beschränkungen, die Du unten bei den einzelnen Zuckeralkohole kennenlernst). 

Wenn Du Deinen Zuckerverzehr im Rahmen einer medizinischen Behandlung reduzieren sollst/möchtest, solltest Du die Ergänzung Deiner Nahrung mit Zuckeralkohole mit Deinem Arzt besprechen. So kann er Verbesserungen Deiner Blutzuckerwerte schnell zuordnen, ggf. können auch Medikamente z. B. gegen Verstopfung reduziert werden. 

Die Hauptunterschiede liegen bei diesen Zuckerersatzstoffen in den Verarbeitungseigenschaften und der Darm-Verträglichkeit, auf beides wird gleich unten bei der Vorstellung der einzelnen Zuckeralkohole genauer eingegangen.

Zuckeraustauschstoffe: Süßstoffe

Größtenteils künstliche Chemie, die nach wie vor zu recht kritisch beäugt wird.

Die Süßstoffe sind sozusagen die Vorgänger der Zuckeralkohole, weil sie durchgehend mit der Behauptung vermarktet wurden (und werden), den Menschen Süße “ohne Reue” (Gewichtszunahme, Blutzucker-Entgleisungen etc.) zur Verfügung zu stellen. Ob das wirklich so ist, wird jedoch
inzwischen grundlegend bezweifelt. Denn die gängigen, bekannten Süßstoffe sind alle künstliche Stoffe, die in der Natur nicht vorkommen, sondern von Menschen (Chemikern) erfunden wurden. Der erste Süßstoff, Saccharin, wurde 1879 entdeckt, weil einem Chemiker ein Laborversuch aus dem Ruder gelaufen war. Der Chemiker, der die süße Substanz “entdeckt” hatte, wollte nun reich werden mit

dem neuen, supersüßen Zuckerersatzstoff (Saccharin ist etwa 500-mal süßer als Zucker), ließ ihn patentieren und startete die Vermarktung. 1902 konnte die Zuckerindustrie in Deutschland und
etlichen anderen Ländern ein Süßstoffverbot durchsetzen, Saccharin durfte nur noch an die wenigen Diabetiker verkauft werden, die es damals gab. 

Als der Zuckerverbrauch um 1950 auf ca. 75 g pro Kopf und Tag gestiegen war (1874: 17 g täglicher Zuckerverzehr), wurden die Süßstoffe wieder für den allgemeinen Verzehr zugelassen. Zugleich war die Anzahl der Diabetiker derart gestiegen, dass Süßstoffe sehr gefragt waren. Der 1937 ebenfalls durch Zufall (bei Suche nach fiebersenkenden Arzneimitteln) entdeckte Süßstoff Cyclamat wurde jetzt auch mehr verkauft, die Suche nach weiterer “Kunst-Süße” brachte nach und nach die weiteren künstlichen Süßstoffe hervor, die jedoch heute (auch von der Lebensmittelindustrie) immer weniger genutzt werden, 

Denn die neuen chemischen Verbindungen zeigten bald ihre Kehrseiten: Es ist immer noch nicht ganz geklärt, ob die künstlichen Süßstoffe die Entstehung von Krebs fördern; sie stehen auch in
Verdacht, die Alzheimer-Entwicklung zu fördern. Es gibt viele weitere Studien zu weiteren
potenziellen Gesundheitsgefahren, deren sehr unterschiedlichen Ergebnisse noch lange nicht überblickend ausgewertet wurden; über die Langzeitwirkungen eines dauerhaften Süßstoff-Verzehrs gibt es sowieso noch kaum Erkenntnisse, weil die Stoffe dazu zu neu in der Welt sind. 

In letzter Zeit mehrt sich der Verdacht, dass Süßstoffe eher dick als dünner machen, weil süßer Geschmack, der dem Körper kein einziges energiereiches Molekül zuführt, diverse Stoffwechselkomponenten bis ins Gehirn “verwirrt”. Für die USA ist bereits belegt, dass mit dem Anteil der Süßstoff konsumierenden Amerikaner auch der Anteil der krankhaft fettleibigen Amerikaner (BMI über 30) stark gestiegen ist. 

Inzwischen geraten auch die Auswirkungen auf das Darm-Mikrobiom mehr in den Blick, weil Süßstoff der Darmflora wohl gleich in mehrfacher Hinsicht schaden kann. Hier eine neue Übersichtsstudie zu
den negativen Auswirkungen auf die Darmflora: academic.oup.com/advances/article/10/suppl_1/S31/5307224). Und die negativen Umweltauswirkungen, weil die künstlichen Substanzen kaum abgebaut werden und sich bereits in Wasser (auch Mineralwasser) und Umwelt anreichern. 

Mehr Einzelheiten und viele Nachweise zu den gesundheitlichen Bewertungen, den Hypothesen zur Verstärkung des Hungers und des Appetits auf Süßes, den Auswirkungen auf die Darmflora und die Umwelt findest Du im Wikipedia-Artikel, der auch immer zeitnah aktualisiert wird, wenn es im Bereich der Süßstoffe etwas Neues gibt: https://de.wikipedia.org/wiki/Süßstoff. 

Süßstoffe sind in der Küche nur sehr beschränkt als Zuckerersatz einsetzbar, weil sie hunderte
bis tausende Male süßer als Zucker und nicht alle gut wasserlöslich und hitzebeständig sind.
Auch unabhängig von der schwierigen Dosierung sind sie nur für Rechenkünstler nutzbar: Wegen der gerade angesprochenen Diskussionspunkte haben die zuständigen Behörden bei uns längst genaue Grenzen für viele einzelne Lebensmittel festgelegt, bis zu denen der Verzehr höchstwahrscheinlich keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Die Tabelle mit 9 Spalten und 45 Zeilen (also insgesamt rund 400 Werten) findest Du hier: www.gesetze-im-internet.de/zzulv_1998/anlage_2.html. Diese Tabelle muss nun mit dem für den Verbraucher empfohlenen Süßstoff-Verzehr abgeglichen werden, der je nach Süßstoff zwischen 2 – 40 mg pro kg Körpergewicht liegt (genaue Werte siehe unten bei den einzelnen Süßstoffen). 

In einer natürlichen, gesunden Ernährung sollten Süßstoffe sicher so weit wie möglich vermieden werden. Wenn Du aber gerade dabei bist, einen absurd hohen Zuckerverbrauch wieder auf Normalmaß herunterzufahren, kann Dich etwas Süßstoff in der Tasche davor bewahren, Deine gerade erholte Bauchspeicheldrüse durch einen Zucker-Rückfall erneut aus dem Gleichgewicht zu bringen (Zusammenhänge siehe unten bei “Der Wahnsinn mit dem Zucker”). 

Natürliche Pflanzen-Süße mit gesunden Kohlenhydraten

Gute und sehr gesunde Inhaltsstoffe, die heute als Extrakt verkauft werden.

Inulin, Oligofructose, Stevia, Tagatose, Trehalose und Yacon sind natürliche Bestandteile von
Pflanzen, die in der Lebensmittelindustrie schon lange mit großem Gewinn eingesetzt werden und im Zuge der zunehmenden Transparenz rund um unsere Lebensmittel nun auch dem Verbraucher als Rohstoff zur Verfügung gestellt werden. 

Während Zucker in Reinform dem Körper blitzschnell verwertbare Kohlenhydrate zur Verfügung stellt, handelt es sich bei diesen Pflanzenbestandteilen um die “guten Kohlenhydrate”, die vom Körper ganz langsam verwertet werden und dabei oft auch noch “Darmpflege” bieten. 

Diese guten Kohlenhydrate sind also kein Pflanzen-“Zucker”, sondern entweder reine Ballaststoffe oder zumindest ähnlich gesund wie normales Gemüse ohne süßen Geschmack (wobei etliche Gemüse einen zart süßen Geschmack haben, dessen Wahrnehmung wir verlernen, wenn wir zu viel weißen Zucker essen). Dieser süße Geschmack ist auch ganz unterschiedlich ausgeprägt, weshalb Du die unten
einzeln vorgestellten Substanzen in der Küche nicht nur als Zuckerersatzstoff einsetzen kannst. 

Zucker-Alternativen für Experimentierfreudige + Gärtner

Weil wir die Süße der Pflanzen nur sehr beschränkt nutzen.

Die Natur hat viele Pflanzen hervorgebracht, die Inhaltsstoffe mit süßem Geschmack ausbilden. Von all diesen Pflanzen werden genau zwei genutzt, um die Welt mit süßem Geschmack zu versorgen: Zuckerrübe und Zuckerrohr. Bei Gemüse und Obst sind wir bereits dabei, wieder ein wenig mehr der alten Vielfalt zu entdecken, aus der sich die Nahrung der Menschen zusammensetzte, bevor die industrielle Landwirtschaft begann, immer die gleichen Pflanzen anzubauen. 

Vermutlich ist Dir nicht bewusst, wie sehr das menschliche Nahrungsspektrum dadurch verengt wurde: In der Weltliste der Pflanzenarten (www.theplantlist.org, verwaltet vom britischen Royal Botanic Gardens, Kew und dem Missouri Botanical Garden in den USA) werden aktuell 642 Pflanzenfamilien mit 17.020 Pflanzengattungen gelistet, mit insgesamt 350.699 Pflanzenarten (Stand März 2021, es werden dauernd mehr, weil an dieser Liste viele Menschen auf der ganzen Welt mitarbeiten). 

Die meisten dieser Pflanzen sind essbar (in unseren gemäßigten Breiten ist etwa 1/4 dieser
Pflanzen heimisch, die deutsche Infozentrale für Giftpflanzen gizbonn.de/giftzentrale-bonn/pflanzen listet 221 Giftpflanzen inklusive Exoten auf), in der gängigen Landwirtschaft nutzen wir aber nur
sehr wenige davon: Laut Statistik der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation wurden 2019 weltweit 9,23 Milliarden Tonnen pflanzliche Nahrung von 166 verschiedenen Nutzpflanzen geerntet. 81 % davon (7,48 Milliarden Tonnen) entfallen auf die 20 wichtigsten Nahrungspflanzen: Zuckerrohr, Mais, Weizen, Reis, Ölpalmfrucht, Kartoffeln, Sojabohnen, Maniok/Cassava, Zuckerrüben, Tomaten, Gerste, Bananen, Wassermelonen, Zwiebeln, Süßkartoffeln, Gurken, Äpfel, Hirsen, Orangen, Trauben. 

Die 20 wichtigsten Nahrungspflanzen wurden in absteigender Erntemenge aufgelistet, Du siehst also auch gleich, welche Bedeutung die industrielle Zuckerproduktion in unserer Welt hat. Du siehst aber auch, dass bei der aktuellen Pflanzennutzung noch viel Luft nach oben ist. 

Wenn Du einen grünem Daumen hast und gerne mit essbaren Pflanzen im Garten, Miet-Garten oder auf dem Fensterbrett experimentierst, kannst Du Dich gerne daran beteiligen, die Welt unserer Nutzpflanzen ein wenig vielfältiger zu machen. Dazu werden wir Dir unten erst einmal vier Pflanzen vorstellen, die Du in all den Gärtnereien bekommst, die sich in Deutschland um mehr Vielfalt bemühen (bei der Einzelvorstellung werden Quellen genannt). 

Natürliche Pflanzen-Süße mit Zucker

Häufig genutzt, aber kein echter “Zuckerersatzstoff”.

Pflanzensüße kennst Du aus vielen verschiedenen Obstsorten. Diese Pflanzensüße lässt sich genauso extrahieren wie der Zucker aus der Zuckerrübe (oder abzapfen und durch Einkochen zu Sirup konzentrieren). Genau so werden die bekannten Pflanzensüßen gewonnen; nur die bei uns bekannteste Zucker-Alternative Honig besteht nicht allein aus dem Nektar der Blüten, sondern auch aus Honigtau (zuckerhaltige Ausscheidungsprodukte von verschiedenen Insekten). 

Damit sie schön süß schmecken, wurde der Zuckeranteil der Erntepflanzen oft durch Zucht erhöht: Aus der Runkelrübe (die von Natur aus mit ca. 8 % Zuckergehalt schon ganz schön süß war) wurde die Zuckerrübe gezüchtet, erst mit 16 % Zucker, inzwischen haben die Züchter die Rübe auf einen Zuckergehalt von rund 20 % Zucker hochgezüchtet. Genauso erging es dem Süßgras Zuckerrohr; in Brasilien (führender Zuckerrohrproduzent, der auch einen großen Teil seines Treibstoffbedarfs mit Bioethanol aus Zuckerrohr deckt) arbeitet ein Verbund staatlicher Forschungseinrichtungen und internationaler Unternehmen gerade daran, den Zuckergehalt des Zuckerrohrs u. a. mit Hilfe der Gentechnik um 30 – 40 % zu steigern. 

Es ist nicht unbedingt davon auszugehen, dass bei der Zucht solcher Energiepflanzen Augenmerk auf Erhalt all der wertvollen Pflanzenstoffe gelegt wird, auf die Käufer von Zuckerersatzstoffen Wert legen. Weil es keinen Unterschied macht, wird auch Zuckerrohrsirup verkauft, der aus Zuckerrüben hergestellt wird … Im unserem Zuckerrübensirup werden zwar alle löslichen Stoffe der Rübe extrahiert, was aber auch nicht viele Nährstoffe ergibt, wenn in der Pflanze nicht mehr viel drin ist. 

Wenn die Pflanzen von Natur aus viel Zucker mitbringen, muss das auch nicht immer ein Zucker sein, der dem Körper wirklich guttut – hier kannst Du lesen, warum die Ernährungswissenschaftler der bekannten TV-Sendung “Quarks” den Agavensirup (Agavendicksaft) nicht so gut finden: www.quarks.de/gesundheit/ernaehrung/darum-ist-agavendicksaft-gar-nicht-so-gut. 

Wenn Du Agavendicksaft, Ahornsirup, Dattelhonig und Honig, Palmzucker (Kokosblütenzucker) oder Zuckerrübensirup in eine gesunde Ernährung einbinden willst, sollte Dein Blick zuerst auf die
Abgabe des Zuckergehalts (auf der Packung selbst) fallen. Wenn Du dort 95, 96, 98 % liest, zählen diese Produkte voll zu den 25 Gramm Zucker, die die Welternährungsorganisation WHO als tägliches Maximum empfiehlt. 

Danach solltest Du die Inhaltsgaben zu den sonstigen Nährstoffen suchen. Denn nur so kommst Du darauf, dass der wegen seinen gesunden Inhaltsstoffen so oft gelobte Zuckerrübensirup immer noch 66 % Zucker, nur 5,4 % Ballaststoffe und gerade einmal 96 mg Magnesium enthält (zuckerfreiexperiment.de/wissenswertes/zuckerruebensirup). Milchschokolade enthält nur 54 % Zucker und fast genauso viel Magnesium. 420 mg Magnesium sind in 100 g Sonnenblumenkernen, 89 g Ballaststoffe in 100 g Inulin … Du musst das nicht immer alles nachschlagen; nur wenn Du gerade dabei bist, einen Verkäufer zu glauben, der in einem Text über sein Produkt hohe, aber
zahlenmäßig nicht benannte Werte verspricht. 

Vorstellung der einzelnen Zuckerersatzstoffe

Kalorien | Verarbeitungseigenschaften | Herstellung

Zuckeraustauschstoffe

Süße Zuckeralkohole als Nachfolger der Süßstoffe 

In Deutschland sind eine Reihe von Zusatzstoffen zum Süßen von Lebensmitteln nach Prüfung zugelassen, nach den Süßstoffen verschiedene Zuckeraustauschstoffe in Form von Zuckeralkoholen. Sie sind in der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung in der Reihenfolge ihrer Zulassung vorgestellt; wir haben sie nach Nutzbarkeit, Verträglichkeit, Gewinn für die Gesundheit, Beliebtheit geordnet, weil das für Dich sicher mehr Sinn macht. 

Gleich im Gesetz selbst (www.gesetze-im-internet.de/zzulv_1998/anlage_2.html) findest Du übrigens auch alle Speisen, für die diese Zuckeralkohole (besonders das sehr zuckerähnliche Erythrit) sinnvoll eingesetzt werden können. Wir haben die Auflistung für Dich in “Alltagssprache”
übersetzt, mit jeweils einigen Beispielen: 

– Aromatisierte Desserts, die vor allem aus Wasser bestehen: Götterspeise, Wackelpudding, Fruchtgelee
– Zubereitungen aus/mit viel Milch und Milchprodukten: Milchshake, Kakao, süße Milch-Sahne-Saucen – (Dessert-) Speisen, bei denen Obst oder Gemüse die Basis bilden: Obstsalat, Fruchtmus, Avocado-Schoko-Mousse
– (Dessert-) Speisen aus/mit viel Eiern: Eierkuchen, Ei-Schaum-Speisen, Macarons
– Frühstückserzeugnisse + (Dessert-) Speisen auf der Basis von Getreide: Müsli und Kuchen
– (Dessert-) Speisen auf der Basis von Fetten: Nusscreme, Buttercreme
– Speiseeis, Konfitüren, Gelees und Marmeladen, alle weiteren Obstzubereitungen wie Kaltschale
– Süßwaren auf Trockenfruchtbasis (Frucht-Nuss-Pralinen), auf Stärkebasis (Gummibärchen, Marshmallows), auf Kakaobasis (Schokolade, Pralinen)
– Brotaufstriche auf Kakao-, Milch-, Trockenfrucht- oder Fettbasis (Nuss-Nougat-Creme etc.), feine Backwaren, Süßwaren und Kaugummis ohne Zuckerzusatz 

Die einzelnen Zuckeralkohole kannst Du nun danach als Zuckerersatzstoff auswählen, wie gut sie allgemein vertragen werden und wie gesund sie sind; wie leicht sie sich verarbeiten lassen und vor allem natürlich, wie zuckerähnlich sie schmecken : 

1. Erythrit
Nicht nur unser absoluter Favorit, aus vielen guten Gründen:
Ursprung: Kommt in kleinen Mengen in Birnen, Erdbeeren, Melonen, Pflaumen, Trauben und weiteren Lebensmitteln vor
Herstellung: Biotechnologisch aus/mit (biologisch angebauter) Stärke, Enzymen und Fermentation Verträglichkeit: Gilt als der am besten verträgliche Zuckeralkohol
Wert für die Gesundheit: Hoch in mehrfacher Richtung, gut für Zähne, Darm, Gewicht, für
Diabetiker und Menschen mit Fruktose-Intoleranz geeignet.
Süße, Kalorien: Fast so süß wie Zucker, aber keine verwertbaren Kohlenhydrate (Zucker: 400 kcal/100 g)
Einsatz, Verarbeitung: Sieht aus wie Zucker, schmeckt (fast) wie Zucker; lässt sich wie Zucker einsetzen, sobald das Rezept genug Flüssigkeit zum Lösen enthält (wenn nicht, auch, dann gibt es nur einen kühlen Effekt auf der Zunge, wenn der Zuckeralkohol sich auflöst) 

Hier erfährst du alle Details zu Erythrit und warum wir es ausschließlich in unseren Produkten und Rezepten verwenden. 

2. Xylit (Birkenzucker)
Auch nicht schlecht, und eigentlich ein uraltes Lebensmittel; die gegenüber Erythrit (noch)
größere Bekanntheit hängt aber wohl damit zusammen, dass Xylit vor Erythrit in den Handel kam,
wie die einschränkenden Eigenschaften zeigen:
Ursprung: Kommt in kleinen Mengen in der der Rinde von Birken und Buchen und auch in diversen Gemüsen, Früchten vor
Herstellung: Wird industriell über Schwefelsäure/Natronlauge aus Holzgummi von Birkenholz/anderer Laubhölzer oder Landwirtschafts-Abfall wie Maiskolbenresten, Stroh, Getreidekleie freigesetzt Verträglichkeit: In geringen Dosen gut, blähende/abführende Wirkung setzt aber meist schon ab 0,5
g pro kg Körpergewicht ein (Gewöhnung soll möglich sein)
Wert für die Gesundheit: Wie Erythrit antikariogen und mit geringem Einfluss auf den Insulinspiegel Süße, Kalorien: Gleiche Süßkraft wie Zucker, aber mit 240 kcal pro 100 g nicht wirklich
kalorienarm (nur gut ein Drittel weniger als Zucker)
Einsatz, Verarbeitung: Immer deutlich “kühler” Geschmack (wie Menthol), beim Backen nur beschränkt verwendbar, nicht mit jedem anderen Zuckerersatzstoff mischbar
Vorsicht: Xylit ist für Hunde schon in kleinen Mengen giftig. Je mehr Menschen in einem Haushalt
leben oder zu Besuch kommen, die dem Hund (heimlich) ein Leckerchen geben könnten, desto sicherer ist es, sich Xylit gar nicht erst ins Haus zu holen. 

3. Maltit
Ursprung: Siehe Herstellung
Herstellung: Wird aus dem Stärke-Abbauprodukt Malzzucker (Maltose) durch Hydrierung hergestellt Verträglichkeit: Kann ab ca. 30 g abführend wirken und auch zu Blähungen und Bauchschmerzen führen
Wert für die Gesundheit: Nicht gesundheitsschädlich, erhöht aber den Blutzuckerspiegel,
ungünstig für Menschen mit Fruktose-Intoleranz
Süße, Kalorien: In Kristallform fast so süß wie Zucker, als Sirup ca. 50 – 80 % der 

Zucker-Süßkraft, mit 2,4 kcal pro Gramm aber recht energiereich
Einsatz, Verarbeitung: Ähnlich wie Erythrit, aber nicht im gleichen Maß gesundheitlich vorteilhaft, auch kaum Erfahrungen oder Rezepte im Netz verfügbar. 

4. Isomalt
Ursprung: Mischung zweier Zuckeralkohole, die in Zucker vorkommen
Herstellung: Wird in einem zweistufigen Prozess enzymatisch und mit Hydrierung aus Zucker gewonnen Verträglichkeit: Zahnfreundlich, wenig Wirkung auf Blutzucker- und Insulinspiegel, aber wegen Anregung der Darmtätigkeit bei übermäßigem Verzehr abführend
Wert für die Gesundheit: Hilft als Zucker-Bestandteil nicht viel bei der Zucker-Entwöhnung,
ungünstig für Menschen mit Fruktose-Intoleranz
Süße, Kalorien: Der “entreicherte” Zucker hat die Hälfte der Süßkraft und die Hälfte der
Kalorien von Zucker
Einsatz, Verarbeitung: Schmeckt sehr Zucker-ähnlich und ist auch Zucker-ähnlich zu verarbeiten 

5. Sorbit
Ursprung: Kommt in kleinen Mengen in vielen Gemüsesorten und Früchten vor
Herstellung: Wird industriell aus Traubenzucker (Glucose) hergestellt, der aus Mais- und/oder Weizenstärke gewonnen wird
Verträglichkeit: Kann ab ca. 50 g/Tag zu Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall führen
Wert für die Gesundheit: Wird für Diabetes-Spätfolgen verantwortlich gemacht, ungünstig für Menschen mit Fruktose-Intoleranz und nicht ganz seltener Sorbit-Intoleranz
Süße, Kalorien: Nur 40-60 % der Süßkraft von Zucker, mit 240 kcal pro 100 g rund ein Drittel weniger Kalorien als Zucker
Einsatz, Verarbeitung: Nicht ganz einfach, bindet Feuchtigkeit aus der Umgebung 

6. Mannit
Ursprung: Kommt in kleinen Mengen in Algen, Salzpflanzen, Pilzen und Tieren vor
Herstellung: Wird industriell durch Hydrierung aus Fructose gewonnen
Verträglichkeit: Wird im menschlichen Organismus nicht verstoffwechselt; erzeugt als bekanntes Diuretikum schnell verstärken Harndrang + andere Abführerscheinungen
Wert für die Gesundheit: Neutral, ungünstig für Menschen mit Fruktose-Intoleranz
Süße, Kalorien: Eine10%ige Lösung hat 50 – 70 % der Süßkraft von Zucker
Einsatz, Verarbeitung: Wegen medizinischem Einsatz als Ausschwemmmittel und leichtes Abführmittel nicht für den Einsatz im Haushalt zu empfehlen 

7. Lactit
Ursprung: Synthetischer Zuckeraustauschstoff, der nicht natürlich vorkommt
Herstellung: Durch katalytische Druck-Hydrierung aus Milchzucker
Verträglichkeit: Keine schwerwiegenden Nebenwirkungen, aber recht starken abführenden Effekt Wert für die Gesundheit: Bis zur Verträglichkeitsgrenze neutral
Süße, Kalorien: Nur etwa 30-40 % Süßkraft von Zucker
Einsatz, Verarbeitung: Wegen medizinischem Einsatz als Abführmittel nicht für den Einsatz im Haushalt zu empfehlen 

Süßstoffe

1. Acesulfam-K
Ursprung: Chemische Synthese
Herstellung: s.o., ausgehend von 4-Chlorphenol-Natriumsalz
Verträglichkeit: wird größtenteils unverändert ausgeschieden
Wert für die Gesundheit: Strittig, wird für Kinder nicht empfohlen, utopia.de/ratgeber/acesulfam-k-e950-wieso-der-suessstoff-in-der-kritik-steht
Süße, Kalorien: Ca. 200-mal süßer als Zucker
Einsatz, Verarbeitung: Höchste erlaubte Tagesdosis 9 mg pro kg Körpergewicht; gut wasserlöslich + hitzebeständig 

2. Aspartam
Ursprung: Künstlicher Süßstoff
Herstellung: Chemisch oder durch enzymatische Verfahren
Verträglichkeit: Wird ähnlich verstoffwechselt wie die Proteinbestandteile, deren Methylester Aspartam ist, verboten für Menschen mit Phenylketonurie 

Wert für die Gesundheit: Sehr umstritten und immer noch in Diskussion, nicht für Kinder, de.wikipedia.org/wiki/Aspartam
Süße, Kalorien: Ca. 200-mal so süß wie Zucker
Einsatz, Verarbeitung: Höchste erlaubte Tagesdosis 40 mg pro kg Körpergewicht; nicht hitzebeständig (schneller Zerfall ab 150 °C, Zersetzung bei 196 °C), schlecht wasserlöslich 

3. Aspartam- Acesulfam- salze
Ursprung: siehe 1. und 2.
Herstellung: siehe 1. und 2.
Verträglichkeit: siehe 2., weitere Untersuchungen/Erfahrungswerte fehlen
Wert für die Gesundheit: Laut Herstellerangaben ungefährlich, eine unabhängige Einstufung der Gefährlichkeit dieser Kombination fehlt bisher 

Süße, Kalorien: 350 x süßer als Zucker
Einsatz, Verarbeitung: Höchste erlaubte Tagesdosis siehe 1. + 2., kaum wasserlöslich und schlecht verarbeitbar, weil höchstens 3% Füllstoffe erlaubt sind 

4. Cyclohexan-sulfamid-säure ff., bekannt als Cyclamat
Ursprung: Synthetischer Süßstoff
Herstellung: Chemische Synthese durch Cyclohexylamin-Chlorsulfonierung
Verträglichkeit: Wird normalerweise unverändert über die Nieren ausgeschieden, wenige Menschen haben in der Darmflora Bakterien, die (wenig) Cyclamat umwandeln können
Wert für die Gesundheit: Höchst strittig, in den USA seit 1970 verboten, de.wikipedia.org/wiki/Cyclamat
Süße, Kalorien: Ca. 35 x so süß wie Zucker
Einsatz, Verarbeitung: Höchste erlaubte Tagesdosis 7 mg pro Kg Körpergewicht, hitzebeständig, wasserlöslich 

5. Saccharin
Ursprung: Ältester künstlicher Süßstoff
Herstellung: Chemische Synthese aus Toluol
Verträglichkeit: Unveränderte Ausscheidung über Urin
Wert für die Gesundheit: Lange umstritten, die letzte Metastudie stufte das mögliche Krebsrisiko
2004 als “unbedeutend” ein, pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15367404
Süße, Kalorien: 300-700-mal süßer als Zucker, unangenehmer bitterer “metallischer” Nachgeschmack 

Einsatz, Verarbeitung: Höchste erlaubte Tagesdosis 5 mg pro Kg Körpergewicht, nur in Form der Salze gut wasserlöslich 

6. Sucralose
Ursprung: Chemische Synthese
Herstellung: Chlorierung von Saccharose.
Verträglichkeit: Kann durch Enzyme der Kohlenhydratverdauung nur wenig aufgespalten werden -> kein nennenswerter physiologischer Brennwert
Wert für die Gesundheit: Soll laut Bundesinstitut für Risikobewertung nicht erhitzt werden, weil
sich Dioxine bilden können
Süße, Kalorien: 600-mal süßer als Zucker
Einsatz, Verarbeitung: Höchste erlaubte Tagesdosis 15 mg pro kg Körpergewicht, Süße spät geschmacklich wahrnehmbar, anhaltend süßer bis bitterer Nachgeschmack nach Herunterschlucken 

7. Neotam
Ursprung: Synthetischer Süßstoff
Herstellung: Chemische Synthese aus Aspartam und einem Aldehyd
Verträglichkeit: siehe 2. Aspartam
Wert für die Gesundheit: Von der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als unbedenklich eingestuft
Süße, Kalorien: 7.000-13.000 mal stärker als Zucker
Einsatz, Verarbeitung: Höchste erlaubte Tagesdosis 2 mg pro kg Körpergewicht 

8. Thaumatin
Ursprung: Natürlich in Beeren der Katamfe-Pflanze aus Westafrika vorkommendes Pflanzenprotein Herstellung: Produktion durch gentechnisch veränderte Hefe-Pilze
Verträglichkeit: Wie andere Pflanzenproteine
Wert für die Gesundheit: So gesund wie andere Eiweiße, wird von den westafrikanischen 

Einheimischen schon lange verwendet
Süße, Kalorien: 2000- 3000 mal so süß wie Zucker
Einsatz, Verarbeitung: Wegen Unbedenklichkeit keine Höchstdosis festgelegt, sehr gut wasserlöslich, lang anhaltende Süße mit lakritzartigem Nachgeschmack, nicht kochstabil 

9. Neohesperidin DC
Ursprung: Pflanzenstoffe in Zitrusfrüchten
Herstellung: Aus Bitterorangen-Schalen, www.diabsite.de/aktuelles/nachrichten/2002/020312.html Verträglichkeit: Wird unverändert über den Urin ausgeschieden
Wert für die Gesundheit: Keine Nebenwirkungen bekannt
Süße, Kalorien: 400-600 mal stärkere Süßkraft als Zucker
Einsatz, Verarbeitung: In der EU erlaubte Tagesdosis 5 mg pro kg Körpergewicht, in den USA als generell sicher bezeichnet, hohe Hitzebeständigkeit, Nachgeschmack zwischen Lakritze und Menthol.

Natürliche Pflanzen-Süße mit gesunden Kohlenhydraten

Kein absolut vollwertiger Zuckersatz, aber echte Geheimtipps für die Darmpflege

1. Inulin
Ursprung: Pflanzenstoff in Topinambur, Chicorée, Pastinake und vielen weiteren Pflanzen Herstellung: Wird ähnlich wie (Rüben-) Zucker durch Heißwasser-Extraktionen aus den Pflanzen isoliert und getrocknet
Verträglichkeit: Gut, wie die Inulin enthaltenden Pflanzen, kann bei zu ballaststoffarmer
Ernährung zu ähnlichen Schwierigkeiten wie andere Ballaststoffe führen (Blähungen, Durchfall)
Wert für die Gesundheit: Ballaststoff mit sehr günstigen (präbiotischen) Wirkungen auf die
Darmflora
Süße, Kalorien: Nur eine sehr zarte Süße, die die die Süße anderer Natursüße aber ganz
deutlich “hebt”
Einsatz, Verarbeitung: Feinkörniges Pulver, das sich am besten in warmem Wasser löst und Speisen cremiger macht 

2. Oligofructose
Ursprung: Mehrfachzucker aus Pflanzen
Herstellung: Aus Inulin
Verträglichkeit: s. Inulin
Wert für die Gesundheit: s. Inulin
Süße, Kalorien: 30 und 50 % der Süßkraft von Zucker
Einsatz, Verarbeitung: wie Inulin, wegen hoher Konzentration und damit steigender Darmbelastung wird Oligofructose jedoch grammweise eingesetzt 

3. Stevia
Ursprung: “Süßkraut” Stevia rebaudiana
Herstellung: Verwendung frischer oder getrockneter Blätter, Isolierung der süßenden Substanzen aus getrocknetem Stevia-Kraut
Verträglichkeit: Keine Beschwerden
Wert für die Gesundheit: Senkt Blutdruck und Blutzucker, gesunde sekundäre Pflanzenstoffe in den frischen Blättern
Süße, Kalorien: Blätter ca. 30-40-mal so süß wie Zucker, Steviosid-Konzentrate 300-450-fache Süßkraft, Geschmack wird unterschiedlich beurteilt; praktisch keine Kalorien
Einsatz, Verarbeitung: Tabs oder Pulver mit Füllstoffen können Zucker überall dort nur schwer ersetzen, wo das Volumen des Zuckers eine Rolle spielt 

4. Tagatose
Ursprung: Kommt in geringer Menge natürlich in Milch vor
Herstellung: Wird aus Milchzucker gewonnen
Verträglichkeit: Gute Nahrung für die Darmflora, kann bei Aufnahme größerer Mengen abführend wirken
Wert für die Gesundheit: Zahnfreundlich, verursacht nur eine sehr geringe Insulinreaktion
Süße, Kalorien: Fast so süß wie Zucker, aber nur etwa 40 % der Kalorien (1,8 kcal pro Gramm) Einsatz, Verarbeitung: Wasserlöslich, bis zur Verträglichkeitsgrenze von ca. 20-40 g einsetzbar wie Zucker 

5. Trehalose
Ursprung: Kommt natürlich in Pflanzen und Pilzen vor 

Herstellung: Wird industriell aus pflanzlicher Stärke hergestellt
Verträglichkeit: Wird vom Menschen mit dem Enzym Trehalase zu Glucose (Traubenzucker) abgebaut Wert für die Gesundheit: Langsamer Blutzucker- und Insulinanstieg, gleichmäßige Energiezufuhr
über längere Zeit
Süße, Kalorien: Hat etwa 45 % der Süßkraft von Zucker, aber auch annähernd den gleichen Brennwert
Einsatz, Verarbeitung: 1 zu 1 Zuckersatz, weniger süß aber gesünder 

6. Yacon
Ursprung: Pflanze aus der Familie der Korbblütler (wie auch Sonnenblumen, Kopfsalat) Herstellung: Extrakte aus der (getrockneten) Pflanze
Verträglichkeit: Problemlos, je Gramm Trockensubstanz 350 mg Fructose, 158 mg Glucose, 74 mg Saccharose (Haushaltszucker) + 281 mg Oligofructose mit präbiotischen Eigenschaften
Wert für die Gesundheit: Eine recht gesunde Zuckermischung
Süße, Kalorien: Leichte, fruchtige, zuckerähnliche Süße, Yacon-Sirup um 2,7 kcal/g, Pulver ca.
3,7 kcal/g
Einsatz, Verarbeitung: Zum Süßen, Backen, Kochen 

Zucker-Alternativen für Experimentierfreudige + Gärtner

Pflanzensüße mal ganz anders … 

1. Bärenschote, Süßholz-Tragant
Ursprung: Astragalus glycyphyllos, Pflanzenart aus der Familie der Hülsenfrüchtler (wie auch Erdnusse, Kichererbsen)
Herstellung: Ernte der süßen Wurzel und süßlichen Blätter
Verträglichkeit, Einsatz: Keine Probleme bekannt, wurde früher blattweise an Getränke und Speisen gegeben
Wert für die Gesundheit: Vermutlich hoch, wie bei allen essbaren Wild-Gemüsen
Süße, Kalorien: Je nach Standort
Bezugsquelle: www.gaertnerei-strickler.de/shop-2139-Sueser_Tragant_Astragalus_glycyphyllos.htm 

2. Chinesisches Süßblatt
Ursprung: Ursprünglich in China beheimatete Brombeere Rubus chingii suavissimus, Tian Cha Herstellung: Ernte der süßen Blätter
Verträglichkeit, Einsatz: Gut verträglich, wird in China viel als Tee getrunken
Wert für die Gesundheit: Wird schon lange zur Nierenpflege eingesetzt, nach einer japanische Studie von 2004 entzündungshemmend und gut bei Allergien, en.wikipedia.org/wiki/Chinese_sweet_tea Süße, Kalorien: Ausgeprägte pflanzliche Süße
Bezugsquelle: www.asklepios-seeds.de/rubus-chingii-suavissimus-chinesisches-suessblatt.html 

3. Süßdolde
Ursprung: Myrrhis odorata, Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (wie auch Anis, Fenchel)
Herstellung: Ernte der süßen Blätter, Samen, Wurzeln
Verträglichkeit, Einsatz: Gut; Blätter für Salate, Tees, Samen für Gebäck und Kompott, Wurzeln
gekocht für Porridge
Wert für die Gesundheit: Altes Volksheilmittel zur Blutreinigung und gegen Magenschwäche, Husten
Süße, Kalorien: Interessante Pflanzensüße mit Anisduft
Bezugsquelle: www.kraeuter-und-duftpflanzen.de/pflanzen-saatgut/salbei-suessholz/s-einzelsorten/suessdolde-myrrhenkerbel-pflanze (auch als Saatgut) 

4. Zuckerwurzel
Ursprung: Sium sisarum, Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (wie 3.)
Herstellung: Ernte der süßen Blätter und Wurzeln
Verträglichkeit, Einsatz: Gut, die alte Nutzpflanze aus Osteuropa kann roh oder gekocht genossen
werden
Wert für die Gesundheit: Altes Hausmittel zur allgemeinen Stärkung, soll aphrodisierend wirken
Süße, Kalorien: Schmeckt süß und aromatisch
Bezugsquelle: www.kraeuter-und-duftpflanzen.de/pflanzen-saatgut/salbei-suessholz/s-einzelsorten/suessdolde-myrrhenkerbel-pflanze#search:query=Sium+sisar (auch als Saatgut) 

Natürliche Pflanzen-Süße mit Zucker

Häufig genutzt, aber kein echter “Zuckerersatz” 

Zu den bei uns häufig gekauften Pflanzensüßen Agavensirup (Agavendicksaft), Ahornsirup, Dattelhonig, Honig, Kokosblütenzucker, Reissirup und Zuckerrübensirup wurde oben im Überblick eigentlich schon alles gesagt: Es sind Pflanzenprodukte mit hohem oder sehr hohen Zuckeranteil. 

Diese Pflanzenprodukte kannst Du im Rahmen einer vollwertigen Ernährung gerne ab und zu nutzen, wenn Du Deinen Zuckerverbrauch und Dein Gewicht im Griff hast.
Wenn Du jedoch gerade darum bemühst, Deinen Zuckerverbrauch zu reduzieren, sind diese “Pflanzen”-Süßen eher kontraproduktiv: Es sind Konzentrate voller Zucker und mit vergleichsweise wenigen Nährstoffen, deren Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel bei häufigem Verzehr auch nicht gerade günstig sind. Vor allem helfen sie Dir kein bisschen dabei, Deine Geschmacksrezeptoren wieder an die normale Süße zu gewöhnen, die Dir ein süßes Leben voller Geschmack ermöglicht (denn erst wenn Du vom übersüßen “Suchtstoff Zucker”runter bist, kannst Du die feine Süße in Nüssen,vielen Getreiden, Gemüsen und anderen Lebensmitteln schmecken). 

Das gilt auch für die neuerdings als Sportlernahrung etc. angebotenen Zuckerarten Galactose und Ribose: Um aus der etwas anderen Verstoffwechslung dieser Zucker eventuell einen Nutzen zu ziehen, musst Du schon sehr schwer körperlich arbeiten oder Sport treiben. 

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